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Geschichte der Goldhaube

Geschichtlicher Ursprung

Den Ursprung hat die Linzer Goldhaube nicht wie ihr Name vermuten läßt in Linz, sondern im Krems- Steyr- und Almtal. Denn die bekanntesten und in vielen zeitgemäßen Porträts bezeugten Trägerinnen der Goldhaubentracht waren die Frauen der Sensengewerken, des Industrieadels der Zeit an der Wende des 18. und 19. Jhdt. Natürlich sind die oberösterreichischen Städte wie Wels und Steyr ebenso beteiligt an der Entwicklung und Verbreitung der Haube, die nicht nur nach Linz sondern auch nach Passau benannt ist.


Entwicklung der Goldhaube

Interessant ist die Entwicklung der vom Urtyp so abweichenden Form der Linzer Goldhaube aus der schlichten Bodenhaube. 1782 wird erstmals eine Haube mit dem Zusatz "Linzer Haubm" erwähnt. Es heißt dort: "Das Frauenvolk in Oberösterreich... trägt vom reichen Goldstoff auf schwarzem Samt unterlegte sog. Linzer Haubm oder Bändelhaube mit breiten goldenen Spitzen am Rande eingefaßt. Über diese Haube wird ein runder grauer Hut getragen, der am Rande mit einer goldenen oder silbernen Tresse eingefaßt ist..."
Schon ab 1780 verändert sich ihre Form, der Hut verschwindet, die ganze Haube wird golden. Der Boden auch "Böndl" genannt, der ursprünglich wichtigste Teil der Haube, verkleinert sich zu einem Knauf von der Größe eines Bällchens und rückt auf den Scheitelpunkt des Hinterhauptes. Die stark geschwungenen Formen findet man eher bei den jüngeren Hauben (um 1835). Sie wurden in dieser Form bis 1860 von Haubenmacherinnen gewerblich hergestellt und es heißt eine Goldhaube kostete ein "Roßgeld".
Neben der goldenen Haube gab es ebensoviele aus schwarzem Material (Tüll oder Flor). In der 2. Hälfte des 19. Jhd. gab es zahlreich Ausführungen aus schwarzen Glasstiften (Perlhaube). nach 1860 kam das schwarze Seidentaft- Kopftuch mehr und mehr in Mode. Später geriet die komplizierte Herstellung der Linzer Goldhaube in Vergessenheit und die kostbaren Stücke aus dem Familienbesitz wurden wie Museumsstücke gehütet. Das Goldhaubenmachen als Gewerbe ist schon lange ausgestorben.


Goldhaubentracht heute

In Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Volksbildung und Heimatpflege machte es Fr. Dr. Katharina Dobler möglich, dass wieder Kurse zum Goldhaubenmachen angeboten wurden. Seit dieser Zeit wurden viele Goldhauben in Stickkursen von den Frauen selbst hergestellt. Die schöne Linzer Goldhaube und das Festkleid erfahren in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts eine echte Renaissance.
Im ganzen Land OÖ. schließen sich Frauen zu Goldhaubengruppen zusammen und bemühen sich nicht nur mit der schönen Goldhaubentracht bei hohen Festen Glanz und Würde der Feierlichkeiten zu vertiefen, sondern überaus erfolgreich sozial caritativ und kulturell zu wirken.
Heute gehören fast 18.000 Frauen dieser Gemeinschaft an. Die einzelnen Gruppen sind in Bezirksgemeinschaften zusammen gefaßt, die sich wiederum an der Landesorganisation orientieren. Von 1976 bis Ende des Jahres 2000 führte Anneliese Ratzenböck als Landesobfrau diese Gemeinschaften. 2001 übernahm Landtagsabgeordnete Martina Pühringer die OÖ. Goldhauben- Kopftuch- und Hutgruppen.